Besuch des Studiensaals im Kunstpalast-Einblicke in die graphische Sammlung der Akademie

Die Freunde und Förderer haben im Rahmen der Nachbarschaftsbesuche den im Januar 2026 öffnenden Studiensaal im Museum Kunstpalast besucht und konnten für gut 90 Minuten in die frühe Neuzeit eintauchen.

Nach einer kurzen Einführung zur Renovierung durch den Verwaltungsdirektor Harry Schmitz übernahm Dr. Anna Christina Schütz mit einem fulminanten Vortrag, bei dem ihre eigene Begeisterung sich auf die Teilnehmer übertrug und zu reger Beteiligung durch Fragen anregte.

Frau Dr. Anna Christina Schütz schaut auf ein Bild

Die graphische Sammlung der Kunstakademie basiert auf der Sammlung ihres Gründers Lambert Krahe. Zum Einstieg legte Frau Dr. Schütz daher eine Grafik mit einem Bildnis von Krahe vor und zeigte anhand von zwei weiteren Blättern mit Abbildungen erster italienischer „Akademien“ die Entwicklung vom Handwerker zum gebildeten Künstler.

ein sehr antikes Bild

Grafik wurde schon von Beginn an vielfach kopiert, teilweise durch die Technik der Lochpause, bei der das jeweilige Blatt mit einer Vielzahl von winzigen Nadelstichen überzogen wurde. Mit dem bloßen Auge ließ sich die feine Perforation für die Teilnehmer zunächst nicht nachvollziehen, wurde aber durch das Licht einer Handykamera nach einem Anheben des Blattes umso eindrucksvoller visualisiert.

Frau Dr. Schütz fotografiert das antike Bild

Auch an anderer Stelle, bei dem Vergleich verschiedener Kupferstichmethoden anhand von Marienbildnissen, wurden die Teilnehmer aktiv einbezogen. Es war gar nicht so einfach, den namensgebenden Apfel  in dem Werk „Maria mit dem Kind, das einen Apfel hält“ zu finden. Ins Auge stach hingegen ein Stempel, der auf die Provenienz Krahe verwies und statt auf der Rückseite von einem preußischen Beamten mittig im Fußbereich des Mariengewandes aufgebracht worden war. Trotz der kunstfernen Positionierung wirkt auch dieser Stempel wertsteigernd, da er die Provenienz Krahe belegt.

Maria mit dem Kind, das einen Apfel hält

Maria mit dem Kind, das einen Apfel hält
Hausbuchmeister
ca. 1475–1500
Kaltnadel
18 × 10 cm
Kunstpalast; Sammlung der Kunstakademie Düsseldorf, KA (FP) 3498 D

Interessant auch die Anekdote über die spätere allgemeine Geringschätzung des Holzschnitts, der den Zeitgenossen Goethe abwertend zum Adjektiv „holzschnittartig“ inspiriert hat.

Die vielen Details und Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Methoden des Hoch- und Tiefdrucks und zu jeder gezeigten Grafik machten Lust auf mehr und so hat auch einer der teilnehmenden Studenten bereits einen Folgebesuch mit seiner Klasse angefragt: damit schließt sich der Kreis und die Studierenden der Jetztzeit werden über die Freunde und Förderer nochmals auf die intendierte Auseinandersetzung mit ihren Vorgängern, wie sie sich Krahe vorgestellt hat, aufmerksam.

Als Cliffhanger entließ Frau Dr. Schütz die Freunde und Förderer mit dem Vorschlag, sich beim nächsten Mal Dürer vorlegen zu lassen: Wer das selbst ausprobieren möchte, kann sich auch individuell an studiensaal@kunstpalast.de wenden.

Sommerrundgang 2025 und Absolventen-Stipendien der Freunde und Förderer vergeben

49 Absolvierende haben im Juli ihre Abschlussarbeiten an der Akademie im Rahmen des Sommerrundgangs präsentiert. In diesem Jahr stach sicherlich die räumliche Gestaltung der Arbeiten durch die Studierenden besonders hervor. Die Absolventen und Absolventinnen haben ihrer Abschlussarbeiten oft in Einzelräumen zeigen können. Beeindruckt hat zusätzlich die Vielfalt der gezeigten Arbeiten. Sei es die aufgeblasene Riesentorte von Hyejin Park, der zitierte und verarbeitete Bußpalm 52 durch Jonathan Ungemach oder die zelebrierte Mayakunst eines unserer Preisträger Fabian Cuauhtecotzin (Ramírez Sandoval). Nicht nur die Presse würdigte diesen Rundgang als „museumsreife Schau“, sondern auch die Besucher (wie jährlich deutlich entspannter als während des Winterrundgang) waren begeistert. So ist es fast ein wenig schade, dass der Sommerrundgang nicht noch mehr Beachtung findet. Während des Sommerrundgangs 2025 wurden durch die Freunde und Förderer auch wieder wichtige Absolventen-Stipendien vergeben.

Die Rundgangskommission vergab zusammen mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer an folgende Absolvierende die Rundgangs-Förderpreise:

  • Lucie Gorzolka aus der Klasse von Prof. Thomas Scheibitz,

  • Jan Ribbers aus der Klasse Baukunst und

  • Fabian Ramirez Sandoval aus der Klasse von Prof.in Ellen Gallagher

Preisträger Sommerrundgang

In der akademischen Feier anlässlich des Rundgangs wurden zudem die ehemalige Rektorin und Professorin Rita McBride, der langjährige Professor für Bildhauerei und Prorektor, Prof. Thomas Grünfeld, und Prof. Robert Fleck als Professor für Kunst und Öffentlichkeit verabschiedet.

Die Freunde und Förderer bedanken sich sehr herzlich bei allen ausscheidenden Professorinnen und Professoren für die gute Zusammenarbeit!

Winter-Rundgang 2024

Der Freundeskreis hatte zum Winter-Rundgang zur Präsentation der Semester- und Abschlussarbeiten in die Akademie eingeladen. Die Klassen von Professorin Frank Hörnschemeyer und von Vertretungsprofessorin Sophie Thun teilten sich den diesjährigen Rundgangspreis in Höhe von insgesamt 3.000 Euro.

Norbert Kricke – Bewegung im Raum

Führung nur für unsere Mitglieder durch die Ausstellung:

Norbert Kricke – Bewegung im Raum zum 100. Geburtstag von Nobert Kricke.

Sonntag, 4. Juni 11:00 Uhr Museums Küppersmühle Duisburg. Der Freundeskreis hat die zur Ausstellung erschienene Publikation finanziell unterstützt.